Von einem außergewöhnlichen Campingplatz      

in einer außergewöhnlichen Gegend

Im Mai wollten wir die Schluchten des Tarn erkunden.

Ausgangspunkt sollte ein FKK-Campingplatz sein, von dem aus sowohl die obere als auch die weniger bekannte und touristisch erschlossene untere Tarn-Schlucht erreichbar sein sollte.

Unser Blick fiel auf Millau, das schon wegen seiner berühmten Brücke über den Tarn sehenswert ist. Aber wo gibt es hier in der Nähe einen Camping naturiste? Etwas Sucharbeit ist notwendig, doch dann findet man das Gelände des Clubs Les Grifouls, Camping naturiste Le Pas De Ceilhes

lepasdeceilhes   in Fondamente, nur wenige Kilometer von der Tarn-Brücke entfernt. Obwohl das Kanufahren unsere erste Motivation war, so schoben sich doch andere interessante Dinge in den Vordergrund.

Das Gelände des Camping Le Pas De Ceilhes liegt in einem Tal, durchflossen von dem kleinen Flüsschen Verenne in völliger Abgeschiedenheit. Die Dimensionen sind genauso beeindruckend, wie das Gelände selbst mit seiner eigenen Flora. Der Platz mit 157 ha teilt sich auf mehrere, überwiegend ebene Wiesen auf, ideal für Wohnmobile. Aber auch Caravans und Zelte finden großzügige, teils schattige, teils sonnige Plätze.

Die Wiesen waren im Mai noch nicht gemäht, sondern die Stellplätze wurden ganz nach Wunsch gemäht. Das ermöglicht den Blumen das Ausblühen und die Samenbildung. Die Vielfalt und Farbenpracht der Orchideen ist einmalig.

 

 

 

 

 

 

 

 

Es genügt, aus dem Zelt zu gehen und etwas genauer hinzuschauen, um die Pflanzen zu finden.

Für Liebhaber von Orchideen ist es ein Paradies.

Die zweite Attraktion ist das Gelände und die nähere Umgebung.

Direkt vom Platz aus sind mehrstündige Nackt-Wanderungen auf markierten Wegen möglich.

Eine Übersichtskarte ist im Accueil erhältlich. Die meisten Wege führen auf Bergrücken, von denen aus man eine tolle Aussicht auf das Plateau Guilhaumard hat, das wie ein Tafelberg vor einem liegt, sowie die weitere Umgebung des Parc des Grands Causses, einem trocknen, steppenartigen Karstgebirge. Wasser versickert hier sehr schnell in Spalten und Löchern, hier Abîme genannt und kommt dann als Fluss, wie die Sorgue direkt aus dem Berg wieder ans Tageslicht. Hier kommen Kletterer und Hobby-Höhlenforscher auf ihre Kosten.

Ein Eindruck verschafft dieser Film über das nahegelegene Abîme du Mas Raynal: https://www.youtube.com/watch?v=gVTbfQZ4fzI.

Diese karge Gegend haben sich die Templier und Hôpitalier als Rückzugsgebiet ausgesucht und mehrere befestigte Orte,

wie z.B. Saint Jean d’Alcapiès oder La Couvertoirade gegründet. In Sainte Eulalie de Cernon bietet sich neben dem Besuch der mittelalterlichen Stadt eine Fahrt mit dem Velorail (http://www.surlesrailsdularzac.com/) auf einer stillgelegten Bahnstrecke an.

Der Platz selbst ist sehr einfach aber funktional ausgestattet.

Eine wichtige Besonderheit ist, dass die Mitglieder von Les Grifouls es ablehnen, an das Stromnetz der EDF mit ihren vielen Kernkraftwerken angeschlossen zu werden. Daher wird alle Elektrizität aus Photovoltaik gewonnen und dient ausschließlich zur Versorgung der Sanitärgebäude mit Licht. Steckdosen ermöglichen das Aufladen von Akkus für Handys, Kameras oder anderen Kleingeräten.

Auf den Plätzen ist kein Stromanschluss vorhanden. Warmwasser für die Duschen wird teils solar, teils mit Gaserhitzern erzeugt, so dass auch bei schlechtem Wetter warm geduscht werden kann. Für Caravans ohne eigene solare Stromversorgung stehen einige Powerpacks leihweise zur Verfügung, so dass Licht und Wasserpumpen betrieben werden können. Die Kühlschränke müssen aber mit Gas betrieben werden, denn dafür reicht die Kapazität nicht aus.

In der Ferme steht ein großer Aufenthaltstraum mit offenem Kamin für gemeinsame Aktionen allen Gästen offen.

Dort steht auch WiFi zum Bearbeiten der Mails zur Verfügung. Ein Kinderspielplatz und ein kleines Schwimmbad  mit Plantschbecken runden das Angebot ab.

 

Autor und Fotograf sind der Redaktion bekannt.

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