Mit Hut lebt´s sichs besser

Früh um sieben in die lauwarmen Fluten steigen, ohne Handtuch in der Sonne trocknen, ohne Klamotten sowieso: Das subtropische Wetter zum 11. Mee(h)r erleben hat die Besucher der Veranstaltung glatt ans Mittelmeer versetzt. „Das ist glatter Luxus, ich werde es daheim vermissen“, schwärmte Theo aus Berlin. 

Bereits am Mittag ist am Stützpunkt der DLRG zu lesen: Wasser 23 Grad, Luft 24 Grad? Kann das stimmen? Allen scheint es viel wärmer. Tatsächlich: Ankommende aus Hessen und Thüringen berichten, bei ihnen wäre die Gluthitze noch viel stärker. Dann ist das hier in Wirklichkeit wohl eine Erfrischung…

Hüte in vielen Varianten waren auf dem Mee(h)r erleben nicht zu übersehen. Ja Hüte. Auch leidenschaftliche FKK`ler kamen ob der stechenden Sonne nicht darum herum, sich vor dem drückenden Planeten zu schützen. Das geschah nicht nur mittels Sonnenöl, Sonnenbrille, Tüchern und Mützen aller Art, sondern vor allem mit Hüten. Ben´s Kommentar: „Ohne Hut fühle ich mich nackt.“ Die Lacher hatte der junge Vati schnell auf seiner Seite. Schattige Plätze waren im Campingplatzbereich heiß begehrt und wiesen früh ihre Stammgäste auf, denn sonnenempfindliche Platzgäste konnten bereits das Frühstück nicht mehr in der gleißenden Sonne einnehmen. Wann gibt es so was schon mal an der Ostsee? Zum Mee(h)r erleben 2018. Dieses Wetterchen wird garantiert den Eingang in die mündlichen und schriftlichen Überlieferungen der beliebten Familienfreizeit finden.

Leute , Leute, Leute

Begleitet von schwedischen Journalisten startete eine der Nacktwanderungen in die Umgebung des Campingplatzes, angeleitet von Dieter. Die schwedischen Gäste wollen über den deutschen Naturismus in den Medien ihres Heimatlandes berichten, da waren sie ja in Rosenfelde genau richtig. Erstmals dabei war Kay aus der Bremer Gegend, der erst seit kurzer Zeit seine Liebe für die FKK-Bewegung entdeckt hat. Er ließ es sich nicht nehmen, zwischen zwei Terminen ein paar Tage lang beim Mee(h)r erleben vorbeizuschauen. Die Unternehmungen bieten zudem immer wieder Zeit, miteinander in Kontakt zu kommen. So berichtete Dieter über sein Bonner Vereinsgelände und hat so sicher den einen oder anderen Zuhörer für einen Besuch begeistert. Auf dem Deich begegnete man Daniel und Alexander aus Karlsruhe mit ihrem Sonnenschirm. Für die beiden war es der zweite gemeinsame FKK-Urlaub, sie hatten vom Mee(h)r erleben aus den Zeitschriften des DFK erfahren. „Die Hasen zwischen den Zelten, die Schafe und Rinder auf dem Deich, sie machen uns den Platz besonders sympathisch“, so Daniel. „Und natürlich der Kontakt zu den anderen Menschen, die hier mit uns schöne Tage verbringen“, fügt Alexander hinzu.

Neue sportliche Anregungen

Eine Veranstaltung, bei der der DFK mitmischt, wäre nicht vollständig ohne die entsprechenden Angebote im Breitensport für alle Interessenten. Denn gerade hier liegt eines der Hauptanliegen des Verbandes. Heiko und Wolfgang, die sonst mit ihren Bogen fast jedes Wochenende auf Mittelaltermärkten zu finden sind, lehrten die Kunst des Pfeileschießens interessierten Kindern. Erwachsene probierten schon mal Reiter- oder Langbogen mit ganz anderer Muskelleistung aus, um ins Gelbe zu treffen. „Richtig, spannen, sonst gibt es blaue Flecke“, dieser Hinweis war kaum zu überhören. Smovey, vorgestellt von Rolf aus Itzehoe, war den Aktiven bis dahin völlig unbekannt. Die grünen Ringe gehören zu einer neuen Sportart, die den ganzen Körper fordert. Das bestätigten Uwe, Elke und Bärbel lauthals. Muskulatur und Fettverbrennung werden aktiviert, Herz und Kreislauf gefördert, das Immunsystem erhält neue Kräfte. Riesiger Betrieb auch beim Schach. „Ich mache jetzt einen Zug mit dem Bauern“, so kündigte der kleine Peter seine nächste Taktik an. Ein wohlwollendes Nicken von Trainer Siegfried bestätigt den Schützling. Siegfried freut sich über den Erfolg beim Schach, möchte aber unbedingt noch mehr Interessenten in die Kunst des Königsspiels einweihen und trainieren.

„Deshalb wird es auch beim Mee(h)r erleben 2019 wieder ein Schachangebot geben, worauf ich schon ausdrücklich hinweisen möchte. Dabei richtet sich mein Angebot nicht nur an Anfänger, sondern auch an Fortgeschrittene. Wer noch kein Schach kann, der wird es hier in den paar Tagen durchaus erlernen können“, so versichert Siegfried. Eine etwas andere Art von Schach brachte Marco aus Hamburg mit. Das Kubb, das Wikingerschach war heiß begehrt. Es symbolisiert eine Schlacht, in der zwei verfeindete Gruppen für ihren König kämpfen. In drei Tagen fanden sich über 100 Interessenten. „Das war ein Impuls. Im nächsten Jahr wieder!“, so freut sich Marco.

(Fortsetzung folgt)