FKK Wandern 2013

Berichte, Beiträge und Kontaktdaten für alle

die FKK Wandern möchten - 

 Im Wildgehege Glauer Tal (Trebbin, Brandenburg) fand am letzten Juli Wochenende

die grösste Nacktwanderung statt. -

 FKK = DFK in Brandenburg

Die Nacktwanderung mit den meisten Teilnehmern !


Im Sommer letzten Jahres habe ich an die Stadt Trebbin den Antrag gestellt,
den dritten Nacktwanderweg Deutschlands

(1. bei Wippra, Südharz, 2. bei Undeloh,Lüneburger Heide)

und damit den ersten in Brandenburg zu eröffnen. Natürlich bedeutet das einen imensen Arbeitsaufwand für die Stadt. Deshalb kam die Lösung, wir machen am 06.07.2013 um 17:00 Uhr eine Probe-Nacktwanderung im Wildgehege Glauer Tal (Stadt Trebbin), um zu sehen,
ob in der Region ein Interesse am Nacktwandern besteht. Das Gelände ist
eingezäunt und gehört dem Naturpark Nuthe-Nieplitz. Dieser gab als Eigentümer
seine Zustimmung.

Diese Probe-Nacktwanderung ist nun Geschichte, aber war es auch ein Erfolg
für die Nacktwanderbewegung in Brandenburg?

Im Vorfeld der Wanderung war nur eins wichtig, stimmt das Wetter. Wir sollten
Glück haben, strahlend blauer Himmel mit 25° Höchsttemperatur. Am Morgen des
06.07. hatte ich 49 Anmeldungen. Doch wieviel der angemeldeten Wanderer würden
wirklich kommen? 15 Minuten vor Beginn hatte ich eine Handvoll Teilnehmer am
Treffpunkt. Das war nach der doch arbeitsintensiven Vorbereitung recht schlimm
für mich. Einer der Anwesenden holte dann seinen Rucksack aus dem Auto und fand
auf dem Parkplatz weitere Teilnehmer, die er mitbrachte. Der Treffpunkt füllte sich.
Wir warteten bis 17:10 Uhr, um dann die wenigen Meter zum Eingang des Wildgeheges
zu gehen. Eine Redakteurin der Märkischen Allgemeinen Zeitung erklärte sich bereit,
am Eingangstor die Wanderer zu zählen, so als unabhängige Person, denn von der
Stadtverwaltung Trebbin war niemand anwesend.

In der letzten Kurve vor dem Eingang in das Wildgehege staunten wir nicht schlecht.
Drei Vertreter der Stadtverwaltung erwarteten uns. Am Tor war ein Band gespannt.
Ich fand das eine tolle Überraschung. Den drei Offiziellen ging es aber auch nicht
viel besser, immer mehr Teilnehmer kamen um die Kurve. Als alle anwesend waren, gab
es eine kurze Rede und dann wurde anlässlich der ersten offiziellen Nacktwanderung
in der Gegend das Band von der zweiten stellvertretenden Bürgermeisterin
durchgeschnitten. Ich öffnete das Tor und während des Eintretens wurde für die Statistik
gezählt. Ich konnte es kaum glauben, 85 (in Worten: fünfundachtzig) Wanderer waren
gekommen. Nicht nur Brandenburger und Berliner hatten den Weg gefunden, die
Autokennzeichen zeigten es, auch Teilnehmer aus Sachsen, Bayern und Hessen waren
angereist. Was mich aber auch freute, der Anteil junger Wanderer war weitaus höher
als der meiner Generation. Vielleicht hat der Naturismus doch noch eine Zukunft.

Nach wenigen Metern erreichten wir den Kommandoturm dieses ehemaligen Truppenübungsplatzes
der sowjetischen Streitkräfte. Ich konnte die Teilnehmer beruhigen, es war lediglich
ein Platz, der für die Panzerfahrschule genutzt wurde, es wurde nie scharf geschossen.
Trotzdem wurden die Wege genau auf metallische Gegenstände untersucht, es bestand keine
Gefahr. Im Kommandoturm konnten sich alle ihrer Bekleidung entledigen und diese auch
dort lagern. Den Schlüssel für das Gebäude hatte ich. Da zwei große Räume vorhanden
sind, machte ich den Vorschlag, für Damen und Herren getrennte Umkleiden einzurichten,
was zu allgemeinem Gelächter führte.

Dann ging es los, ich schlug eine Route von fünf Kilometern vor. Die Bewohner des
Wildgeheges (Rot- und Dammwild, sowie Mufflons) zeigten sich in nur geringer Entfernung,
was sollten sie auch von Nackten für Gefahren erwarten. Mein Wissen über das Wildgehege
und seiner Bewohner in diesem abgeschlossenen Gelände konnte ich nicht vermitteln, bei
einer Schlange von 85 Menschen hinter mir war das nicht möglich.

Nach einer guten Stunde waren wir wieder am Kommandoturm. Es gab die Möglichkeit, an dieser
Stelle abzubrechen und allein abzufahren oder aber eine zweite Runde von etwa zwei
Kilometern zu bewandern. Das Angebot wurde gern angenommen. Gegen 20:00 Uhr verließen wir dann das Wildgehege.

 

 

 

 

Die Reaktionen der Teilnehmer waren durchweg positiv. Das freute mich besonders deshalb, weil
ich eine solche Wanderung das erste Mal organisiert habe. Ich hoffe, dass sich die
Stadt Trebbin nach diesem Erfolg mit der Einrichtung eines offiziellen Nacktwanderweges
in dieser Region weiter beschäftigt und dass zur Einweihung wieder ein solches Interesse
der Naturisten besteht.

Ulfert D. Hanschur.  - Fotos privat -

Märkische Zeitung        

 

Nicole Wunram, die Autorin des Buches *Nacktwandern* begeisterte FKK-Urlauber und Gäste an der Ostsee auf dem FKK Camping Ostsee. Es wurde wieder nackt gewandert und viele waren dabei.


 

Bericht von Nicole Wunram - 

 

Nacktwanderung um das Gelände vom FKK Camping Ostsee.

In diesem Jahr sollte es nun zwei Nacktwanderungen im Rahmen von Mee(h)r erleben geben. Am Morgen der ersten Wanderung waren wir sehr gespannt, wie viele Teilnehmer wir in diesem Jahr sein werden. Ob es mehr sein würden wie im letzten Jahr? Immerhin zählten wir im Jahr 2012 genau 62 Wanderer.

Als wir zum Treffpunkt und somit Start der Wanderung kamen, waren wir sehr erstaunt über die vielen Menschen, die darauf warteten mit uns zu wandern. Es war bestes Wanderwetter und gute Stimmung.

Nach ein paar organisatorischen Worten gingen wir vom bunten Wohnwagen über den Campingplatz Rosenfelder Strand bis zur Schranke. Einige Autos die hinter uns waren, fuhren wohl das erste Mal „Schritt“ auf dem Platz.

Hinter der Schranke machten wir den Autos Platz und bogen nach links ab. Außen am Campingplatz vorbei führte uns der Weg an Feldern entlang bis zu einem kleinen Wäldchen.  Hier bot sich die beste Gelegenheit einmal zu zählen wie viele Teilnehmer wir waren. Und wir staunten nicht schlecht, es waren 74 (!) Wanderer zusammen gekommen. 

Nach dem das Wäldchen umrundet war führte uns der Weg erst einmal wieder zurück bevor wir nach rechts abbogen um einen Schlenker durch das Stranddorf Augustenhof zu machen. An der Treppe des Deiches nutzten wir die Gelegenheit für ein Gruppenfoto und wanderten anschließend zwischen Deich und Strand wieder in Richtung Campingplatz.

Leider konnten wir den Abstecher um das Rückhaltebecken nicht erwandern, da die Nordic Walker berichteten, dass durch den Regen der vergangenen Nacht der Weg schlecht begehbar ist. So führte uns der Weg kurz vor der Schranke wieder am Campingplatz vorbei und wir kamen nach 7 km durch den Hintereingang wieder an den Ausgangspunkt der Wanderung.

Wir bedankten uns bei allen Wanderern für die zahlreiche Teilnahme und es kam die Frage auf, wie viele Menschen noch fehlen, damit die größte Wanderung in Deutschland am Rosenfelder Strand stattfinden könne. Die bisher größte Wanderung war Pfingsten 2012 mit 92 Teilnehmern. Daraufhin waren alle ganz motiviert diesen Rekord knacken zu wollen, schließlich sollte ja noch eine Wanderung im Rahmen von Mee(h)r erleben dieses Jahr stattfinden.

Am Abend wurde uns beim Grillen am Festzelt berichtet, dass viele Wanderer bereits weitere Menschen motiviert hatten an der zweiten Nacktwanderung teilzunehmen. Wir freuten uns und waren gespannt.

Am Morgen des zweiten Termins war es etwas kälter und wir hatten schon die Befürchtung, dass keiner mit uns wandert. Mit einer Gänsehaut auf der Haut gingen wir zum Treffpunkt an dem bereits sechs Wanderer warteten. Und schnell hat sich rumgesprochen, dass die Wanderung trotz der Temperaturen und den Wolken am Himmel doch stattfindet.

In kürzester Zeit wartete eine Menschentraube am bunten Wohnwagen und die Wanderung konnte beginnen. Wir gingen in Richtung Sonne und waren guter Dinge, das Wetter wurde mit jedem Meter besser und am Ende der Wanderung freuten sich alle auf eine kalte Dusche bzw. die Ostsee. Doch die große Frage war, wie viele Teilnehmer waren es nun? Die Zählung in der kleinen Pause am Wäldchen ließ uns erstaunen: trotz des anfänglich kalten Wetters konnten wir die Teilnehmerzahl auf 79 (!) steigern.

Wir bedanken uns bei allen die mit uns gewandert sind und hoffen euch im nächsten Jahr gesund und munter wieder zu sehen.

Nicole & Markus

Foto: Chistian Böttcher

 


Lichtheideheim Glüsingen – die Wiege der Freiköperkultur-Bewegung, war der Ausgangspunkt für eine Nacktwanderung (ein persönlicher Eindruck). 

FKK Wandern wird immer beliebter.

Es werden immer mehr die sich daran beteiligen.

 

 

 

 

Kurz bevor die Glüsinger Dorfstraße am Ende in einen Waldweg einmündet, liegt rechter Hand das "Lichtheideheim Glüsingen", den FKK-Historikern sicherlich bekannt.

 

Das weitgehend naturbelassene Gelände und die zum Teil historische Infrastruktur atmen den Charme der Gründerjahre. Das besondere an diesem Gelände ist, dass es als letzte Liegenschaft des Dorfes weder Tor noch Zäune hat und unmittelbar an offene Felder angrenzt.

 

 

 

 

Dies verstärkt noch das Gefühl der Freiheit, das jeder Naturist allein schon durch das Nacktsein erlebt.

 

 

 

 

 

 

 

 

So starteten wir – Hamburger Naturisten (www.nacktiv-hamburg.de) und einige FKK-Freunde aus NRW – am vorletzten Sonntag im Juli unmittelbar vom Gelände aus zu einer Nacktwanderung im angrenzenden Forst, dem Süsing (www.naturistenweg.de). Dieses Waldgebiet ist so groß, dass ich jedem Einzelwanderer oder einer Gruppe die Nutzung eines GPS-Gerätes empfehle. Angeblich addiert sich das Wegenetz auf 240 km. Es gibt kaum Wegweiser und auch keine markanten Geländepunkte. Darüber hinaus kann man auch niemanden fragen, da der Forst annähernd menschenleer ist. Dies ist auch daran zu erkennen, dass die Heidelbeersträucher voll mit Beeren besetzt waren – wo findet man das heute noch.

Der Wald ist ein Mischwald mit hohem Baumbestand, er lässt für die Nacktwanderer ausreichend Sonne durch. Die Wege sind angenehm zu gehen, teils befestigt, teils Sandboden.

Wir waren eine harmonische Wandergruppe – schade, dass wir nach 12 km schon wieder am Lichtheideheim ankamen. Nach einem Sprung ins Schwimmbad klang dieser schöne Tag in einer gemütlichen Grillrunde aus.

Ein Tipp: empfindliche Naturisten sollten ein Schutzmittel gegen Mücken und Stechfliegen dabei haben.

Bruno – Sport- und Naturfreunde Münster e.V.

(www.sun-muenster.de)

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FKK'ler unterwegs -

Die 1. Münsterländer Nacktwanderung fand am 23. Juni in Begleitung eines Kameramannes statt. Kleine Einblicke von Bruno der bei etwas kühlerem Wetter daran teilnahm.


 

Im Idealfall begegnet man ja niemandem, was bei dieser Wanderung nicht der Fall war. Reiter, Radfahrer und andere Wanderer waren an diesem Tag ebenso unterwegs.

 

 

Für Bruno war ausschlaggebend, dass Helmut die Wanderung organisiert hatte. Sie war, wie schon die Wanderung am 1. Okt. 2011 im Teuteburger Wald perfekt vorbereitet. Ein Novum war die Begleitung eines Fernsehmannes, der allerdings alles alleine machen musste, da seine Begleiterin wegen eines Trauerfalls in der Familie kruzfristig abgesagt hatte. Der Reporter war ein angenehmer Mitwanderer -  sein Bericht - gesendet am 3. Juli, recht erfreulich. Interessant ist auch zu wissen, dass die Sendung - Lokalzeit Münsterland - des WDR sehr beliebt ist und in der Region mindestens so viele Zuschauer hat, wie die Hauptnachrichten um 20 Uhr. Rückmeldungen sind mir leider nicht bekannt. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Auch in meinem Verein stehen die Mitglieder dem Thema Nacktwandern eher distanziert gegenüber. Dabei kann ich nur sagen, ein Versuch ist es allemal wert. Einige vom SuN Münster wollen sich mal nach Undeloh aufmachen, um in Absprache mit den Hamburgern dort eigene Erfahrungen sammeln zu können. Meine Schwiegereltern hatten in Undeloh regelmäßig Urlaub gemacht, daher ist mir die Gegend nicht fremd, ich mag diese Landschaft. Vielleicht können wir dann doch noch Interessenten, nicht nur in unserem Verein gewinnen, mal etwas anderes zu machen als nur Schwimmen.

 

 

 

 

 

 

Wie auch im Heft Freikörperkultur 1 / 2012 bietet Bruno an,

für Fragen zur Verfügung zu stehen.

Bruno 

 

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Fotos: Helmut und Bruno

 

 

 

 

 


 

 

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   Kein neuer Trend - aber immer mehr finden sich.   "Natur pur – meine erste Nacktwanderung"  Die meisten von uns sind sicherlich zur FKK-Bewegung gekommen, indem sie es einfach mal ausprobiert haben, ohne Badebekleidung zu schwimmen oder sich nackt in die Sonne zu legen. Und mit diesem Aha-Erlebnis sind sie dann auch dabei geblieben. Mir war es vor vielen Jahren genauso gegangen – es ist schon wahr: "Probieren geht über Studieren".


 

Am Meeresstrand nackt entlang zu bummeln, das haben wir, meine Frau und ich, schon oft gemacht. Nun reizte es mich, einfach auch mal nackt quer durch die Landschaft zu laufen. Mittlerweile gibt es ja viele Berichte darüber, sogar ein Handbuch im outdoor-Verlag (Nr. 285 "Nacktwandern"), aber wie gesagt "grau ist alle Theorie". So wartete ich auf eine Gelegenheit, bei der Wetter und örtliche Nähe passte. Allein nackt zu wandern, getraue ich mich nicht, das wäre mir als "Nacktwander-Neuling" einfach zu stressig.

So schloss ich mich am 1. Oktober einer Gruppe an, die im Teutoburger Wald im Raum Bad Iburg – Hilter eine Nacktwanderung machte.

Ich sag es gleich vorweg, es war traumhaft schön – ein ganz tolles Erlebnis. Es passte wirklich alles. An diesem Tag leistete Petrus Wiedergutmachung für den verkorksten Sommer. Sonnenschein pur, eine Luft wie Sekt, eine nette Gruppe von 11 "erfahrenen Hasen" und ein Initiator, der die Wanderung bis ins kleinste Detail vorbereitet hatte. Er hatte sogar per Fax die beiden zuständigen Polizeireviere über die geplante Nacktwanderung informiert. Von dort kam lediglich eine telefonische Rückfrage, ob und wo genau die nackte Gruppe wandert. Im Übrigen wünschte uns der Polizist eine angenehme, ruhige Wanderung.

Treffpunkt der Gruppe war ein abgelegener Parkplatz bei Hilter. Nach der freundlichen Begrüßung – die meisten kannten sich schon – verschwanden die Klamotten schnell im Auto, im Rucksack wurden Wasser, Verpflegung und eine Sitzunterlage verstaut und schon ging es los.

Der Weg führte zuerst über offenes Gelände bergauf, dabei konnte ich mit jeder Pore die Sonnenstrahlen einfangen, nach ca. 1 km nahm uns dann der Hochwald auf. Ich war selbst überrascht, wie schnell ich mich auf eine mir bisher unbekannte Situation eingestellt habe. Bald kam es mir vor, als wäre es das Normalste der Welt, nackt durch die Natur zu wandern.

Ich hatte das Gefühl, dass ich nackt in der Natur alles viel intensiver wahrnehme, die Sonne auf den offenen Strecken, den Windhauch im Wald, die Kühle in den Niederungen am Bachlauf, es war einfach traumhaft. Dazu kam noch, dass ich das alles völlig entspannt aufnehmen konnte, da die Gruppe mir Sicherheit gab.

Es lässt sich zwar alles mit Worten beschreiben, aber das tatsächliche Empfinden bei einer Nacktwanderung kann man nur durch eigenes Erleben nachvollziehen.

Die Strecke war sehr abwechslungsreich. Pfade, Waldwege, asphaltierte Strecken, hinauf und hinab, mehr oder weniger steil, sonniges offenes Gelände, wildromantische Waldwege – von allem etwas. Ich wusste gar nicht, wie schön es im Teutoburger Wald ist. Ein Mitwanderer ist sogar fast die ganze Strecke barfuß gegangen, nur die Bucheckern auf asphaltiertem Untergrund waren dann doch ziemlich unangenehm. Weniger angenehm war es auch, einen Rucksack auf dem Rücken zu haben, es war aber, da es eine Tageswanderung war, nicht zu vermeiden – man braucht halt etwas zu trinken und zu beißen und nicht zuletzt auch etwas bei der Rast unter dem Po.

Das herrliche Spätsommerwetter lockte natürlich auch viele andere Naturfreunde in den Teutoburger Wald, zumal Osnabrück und Münster nicht weit weg sind. Es war zwar nicht unsere primäre Zielsetzung, anderen Wanderern zu begegnen, in diesem beliebten Gebiet aber nicht zu vermeiden. Wir trafen Spaziergänger, Radfahrer, Reiterinnen, Picknickgruppen, Mountainbikesportler, Wandergruppen - schwer bepackt, auch Familien mit Kindern. Alle Begegnungen verliefen völlig konfliktfrei, zum Teil recht fröhlich, zumindest schmunzelnd. Eine Frau rief uns zu "und da sag' einer, im Wald wär' nichts los" oder eine vorbeirasende Sportlergruppe auf Rennrädern "Hey Jungs, klasse, ihr macht das richtig". Lediglich der kleine Hund einer Picknickgruppe, deren Platz wir überqueren mussten, knurrte mich an. Etwas verunsichert war ich, als wir Familien mit Kindern begegneten. Kinder wie die Eltern reagierten völlig entspannt und gelassen.

Bei allen Begegnungen bewährte sich eine wichtige Regel: Der Nackte grüßt zuerst (nicht zaghaft!) und schaut den Gegenüber an. Das hat eine verblüffende Wirkung, es entwaffnet den Bekleideten. Meistens wird der Gruß auch erwidert.

Zu der Harmonie des Tages hat auch beigetragen, dass wir uns in der Gruppe gut verstanden haben. Bekannt gemacht haben wir uns mit Vornamen und geplaudert haben wir über Gott und die Welt, nur nicht über Beruf und Herkunft. Unser Initiator wusste auch viel über Geologie, Pflanzen und Tierwelt zu erzählen und führte uns zu interessante Stellen, z.B. der berühmten Unfallstelle, wo im Juni 1910 ein Zeppelin bei einem Unwetter durch Schneelast in die Bäume gedrückt wurde oder zu einem alten Zugangsstollen eines ehemaligen Kohlebergwerkes.

Den ganzen Weg hatte er mit seinem GPS-Gerät markiert (über 900 Wegpunkte). Unsere Wanderstrecke war 18,4 km lang, zu meiner Überraschung erreichten wir unseren Ausgangspunkt auf die Minute genau zu der im Plan angegebenen Zeit.

Die Sonne schien noch so schön, am liebsten wäre ich weitergewandert – bis zum Sonnenuntergang. Ich folgte natürlich dem alten Brauch an, den Tag in einem gemütlichen Landgasthaus ausklingen zu lassen.

Mit dem Hochgefühl, etwas besonders Schönes erlebt zu haben, fuhr ich dann nach Hause.

Nachträglich las ich in der HP des Initiators der Wanderung (www.natury.de), dass er auch am nächsten und übernächsten Tag in der Eifel wanderte, Respekt!

 

Meine Motivation, an einer Nacktwanderung teilzunehmen, war in erster Linie der Wunsch, so etwas einmal selbst zu erleben. Im Hinterkopf hatte ich aber auch den Gedanken, das Thema "Nacktwandern" den FKK-Vereinen, der FSG-NW und dem DFK näher zu bringen. Daher nahm ich mir vor, darüber zu schreiben, nachdem ich im Vorfeld schon mit Michaela Kontakt aufgenommen hatte. Das habe ich auch meinen Mitwanderern erzählt, die mit einer Ausnahme keine Mitglieder in einem FKK-Verein waren.

Der Tag war sehr gelungen, obwohl ich meine Wanderfreunde auf dem Parkplatz zum ersten Mal gesehen hatte, ich kannte vorher niemanden (außer Helmut, unseren Initiator aus dem Internet).

Ich könnte mir gut vorstellen, dass es als Vereinsgemeinschaft im vertrauten Kreis noch reizvoller wäre und auch die Frauen zu einer solchen Wanderung ermutigen könnte, Naturismus außerhalb des Vereinsgeländes zu erleben. Vielleicht starten benachbarte Vereine einmal eine gemeinsame Aktion.

Um auf den doch etwas lästigen Rucksack verzichten zu können, könnte die Strecke den Verlauf einer Acht haben mit einer Rast im Kreuzungspunkt.

Das non-plus-ultra ist eine Wanderung ohne Rucksack und ohne Schuhe. Eine solche Barfuß-Wanderung wurde am 11. Sept. im Moor am Steinhuder Meer durchgeführt. Ich hätte gerne daran teilgenommen, leider scheiterte das aber an kurzfristigen Abstimmungsschwierigkeiten.

Natürlich stellt sich die Frage, wie organisiere ich so etwas. Ich würde auf jeden Fall erfahrene Nacktwanderer zu Rate ziehen, die gute Strecken kennen und wissen, wie man kleinere oder größere Probleme vermeidet. In diesem Jahr wird es wohl keine Gelegenheit mehr zu einer Nacktwanderung geben, für die Planungen des kommenden Jahres aber habe ich nachfolgend mögliche Ansprechpartner zusammengestellt.

Selbstverständlich stehe ich selbst allen Lesern für Rückfragen zur Verfügung, auch wenn ich im Thema "Nacktwandern" noch ein Neuling bin.

Bruno, Sport- und Naturfreunde Münster e.V., E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Erfahrene Initiatoren von Nacktwanderungen sind u.a.

Nicole, die Verfasserin des kleinen Handbuches "Nacktwandern – OutdoorHandbuch Band 285"

mit Wanderungen in Niedersachsen und Sachsen Anhalt,

Helmut (www.nackt-wandern.de) mit Wanderungen im Sauerland und Niedersachsen.

Horst (www.nacktwandern.de) mit Wanderungen im Rothaargebirge, im Siegerland und im Hessischen,

Alex (www.isar-nacktradeln.de) mit Initiativen in Bayern,

Hans mit Aktivitäten in Baden-Württemberg,

Johannes in Berlin / Brandenburg,

Horst und Andreas im Raum Thüringen,

Dieter und Michael im Großraum Hamburg / Nordheide

 

Anmerkung von Helmut, Initiator der Wanderung im Teutoburger Wald:

Die Formulierungen "die mit einer Ausnahme keine Mitglieder in einem FKK-Verein waren" und "Ich könnte mir gut vorstellen, dass es als Vereinsgemeinschaft im vertrauten Kreis noch reizvoller wäre" lassen darauf schließen, dass für dich die Vereinswelt beim Nacktwandern im Vordergrund steht. Ich kann mir demgegenüber aber auch vorstellen, dass eine bewusst übergreifende Initiation von Wanderungen, die "Vereinsmitglieder" wie "Freie Naturisten" zu gemeinsamen Aktionen vereint, eine für alle vorteilhafte Alternative darstellt. Falls du das auch so siehst (und offenbar tust du das ja, sonst wärst du ja nicht mitgewandert), könnte dieser Gedanke vielleicht in deinem Erlebnisbericht einen Platz finden.

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Dieser Beitrag ist aus dem Heft Freikörperkultur Januar 2013.

 Einladung zum Nackt-Wandern im Hamburger Umland

 

Zehn Augenpaare sind auf die Hände von Eugen gerichtet, denen etwas hektisch eine ausgewachsene Blindschleiche zu entkommen versucht. Viele wissen es ja nicht: Die Blindschleiche gehört zu den Echsenarten und dort zur Familie der Schleichen. Die Blindschleiche ist also keine Schlange, auch wenn sie auf den ersten Blick so aussieht.

Wir stehen alle um Eugen herum und beobachten diese quirlige Landschaftsbewohnerin. Schmunzeln muss ich, als mir die Gemeinsamkeit zwischen der Blindschleiche und uns auffällt. So wie die Schleiche, sind auch wir alle nackt, wir tragen nur unsere Rucksäcke und Schuhe. Vorsichtig legt Eugen das Tier wieder auf das Gras am Wegesrand. Zielstrebig schlängelt die Schleiche in Richtung Gebüsch und ist dann nicht mehr zu sehen.

Für uns geht es weiter in Richtung Norden, vorbei an Wiesen mit friedlich grasenden Kühen und Pferden. Nach der Wegbiegung ist das Hochmoor erreicht. Weit geht der Blick über die flache, braune Landschaft. Beim Gehen federt der Moorboden unter unseren Füßen, einige haben ihre Schuhe ausgezogen und gehen jetzt barfuß. Welch ein Genuss das ist, in dieser lauen Sommerabendluft hier nackt wandern zu können und die Sonnenstrahlen der langsam untergehenden Sonne auf der Haut zu spüren. Durchatmen und dieses schöne, wohlige Gefühl möglichst lange konservieren, das ist mein Wunsch.

Diese Wanderung in einem Hochmoor in der Nähe von Hamburg haben wir im letzten Jahr Ende August unternommen. In diesem Frühjahr starten wir in unsere dritte Nackt-Wander-Saison. Wir sind Naturistinnen und Naturisten, die sich über das Internet zusammen gefunden haben,  viele von uns sind Mitglied im DFK.

Inzwischen haben wir eine eigene Webseite: „nacktiv.ohost.de

(Achtung: ohne www. eingeben!).  

http://nacktiv.ohost.de 

 

Hier sind unsere Wandertermine zu finden und jede und jeder, der Interesse hat, mit uns zu wandern, kann sich hier per E-Mail anmelden. Zudem listen wir unsere Unternehmungen auch beiwww.fkk-freun.de und www.natury.de.

Abends, unter der Woche, wählen wir kürzere Strecken, möglichst wenig frequentierte Wege von ca. 7 bis 8 Kilometern. Am Wochenende sind es zwischen 12 bis 16 Kilometer, natürlich mit Pausen, um uns zu stärken oder um in einen Weiher springen zu können, wenn er am Wegesrand liegt.

Unsere Einladung richtet sich an Menschen, die es zum ersten Mal ausprobieren wollen, hüllenlos zu wandern, genauso wie an Menschen, die schon oft nackt gewandert sind; an die Mitglieder der FKK-Vereine in und um Hamburg, wie auch an Menschen ohne Vereinszugehörigkeit.

Wir freuen uns über viele weibliche und männliche Gleichgesinnte!

Sonja